Konzept zur frühkindlichen Ballgewöhnung
 
“Wer groß werden will, muss klein anfangen!”
 
Eine frühkindliche Ballgewöhnung ist nicht nur wichtig für eine optimale Entwicklung des Kindes,
sie legt unter anderem auch die wichtigsten Grundlagen für einen späteren Einstieg in eine Ballsportart.
 
Unsere bisher deutschlandweit einmalige Besonderheit ist, dass wir die Bewegungsgeschichten mit dem Ball zusammengebracht
und ganze Themenstunden erstellt haben, welche sich ausschließlich rund um den Ball drehen.
 
Zielgruppe: 
 
Kinder mit und ohne Handicap, von 3,5 bis 8 Jahren
 
Trainingsinhalt:
 
-  vielseitige / kreative und spielerische Ballgewöhnung
-  Einsatz methodischer Prinzipien aus der Psychomotorik (erlebnis- und geschichtenorientierte Stundenbilder)
-  elementare motorischen Fertigkeiten wie Kriechen, Gehen / Laufen, Hüpfen, Springen, Rollen, Balancieren,…
   und Ausbau von Grundlagen wie Werfen, Fangen, Prellen,…
-  Koordinationsübungen, Kondition, Geschicklichkeit, Wett- und Staffelspiele,…
-  Bewegung auch mit Alltagsmaterialien und ab und zu an Geräten
 
Trainingsziel:
 
-  Schulung der koordinativen Fähigkeiten
-  Spaß am Spiel / dem Sport / und der Bewegung
-  ganzheitliche Entwicklungsförderung, hierbei Entwicklungs -Orientiertheit
-  Förderung der Selbstständigkeit und Eigeninitiativ
-  Gutes Sozialverhalten in der Gruppe Ballgewöhnung / Erwerb von Grundfertigkeiten
 
Beschreibung:
 
Unser Konzept handelt sich um eine allgemeine Ballgewöhnung, welche noch nicht spezifisch auf eine Sportart eingeht.
Wir animieren die Kinder spielerisch zu Bewegung und führen sie so an den Ball heran,
um Grundfertigkeiten zu erlernen und auszubauen.
Wir verknüpfen die Motorik mit sprachlichen und kognitiven Lerngelegenheiten.
Außerdem wird die soziale Entwicklung positiv beeinflusst.  Durch das Lernen mit dem ganzen Körper,
mit den Sinnen und durch Bewegung wird eine vielfältige und komplexe Vernetzung der Inhalte im Gehirn möglich. 
Eine ganzheitliche Entwicklungsförderung ist uns wichtig. 
Der Ball fördert in vielfältiger Weise gleichzeitig mehrere koordinative Fähigkeiten. 
Kaum ein anderes Sportgerät schult die Aufmerksamkeit und die Konzentration so gut wie der Ball.
 
Die Kinder entwickeln zunehmend ein sicheres Gefühl für ihren Körper und die Raumwahrnehmung.
Man muss im Klaren darüber sein, über die Lage und Stellung der einzelnen Körperteile und ein Gefühl für Raumgrenzen besitzen.
Nur durch eine gute Raumorientierung kann man sich ohne „Zusammenstöße“ zwischen Mitspielern bewegen
oder einen Ball überhaupt werfen und fangen.
Ebenso werden zugleich mehrere koordinative Anforderungen angesprochen wie Reaktion, Zielgenauigkeit, Gewandtheit, und viele mehr.
Gleichzeitig müssen die Kinder auch immer Ihre Aufmerksamkeit auf die Trainer richten.
Um die Kinder zusammen zu holen setzen wir uns einfach auf den
Hallenboden und warten, bis sich alle Kinder um uns versammelt haben.
Dies verringert zum einen den Lärmpegel in der Halle und die Aufmerksamkeit der Kinder wird geschult.
 
Kinder wollen Abenteuer erleben. In der Phantasie kann man alles durchspielen, was real nicht möglich ist.
Bei uns reisen sie mit ihrer Vorstellungskraft in eine vorgegebene Phantasiegeschichte. Sie regt die Kinder an,
ein imaginäres Bild zu erstellen.
Durch diese inneren Bilder entwickeln die Kleinen eine unerwartete Motivation, “ungeliebte” Aufgaben nicht nur durchzuführen,
sondern auch Spaß daran zu haben.
         
Wir reisen mit den Kindern in jeder Stunde in ein anderes „Phantasiereich der Bälle“. Das Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die Stunde.
Jede Themenstunde ist nach dem gleichen Schema aufgebaut: Begrüßungskreis, Aufwärmen, Hauptteil, Abschlussspiel und Abschlusskreis.
Im Begrüßungskreis setzen wir uns mit den Kindern in einen Kreis auf den Boden. Eventuelle neue Kinder werden „Willkommen“ geheißen und wir
fangen an unsere Geschichte, passend zum jeweiligen Stundenthema, zu erzählen. Dadurch erhalten die Kinder einen groben Überblick
über die folgende Stunde.
Mit dem Aufwärmen fängt die Geschichte an, nimmt im Hauptteil ihren Verlauf und endet mit dem Abschlussspiel. Im folgenden Abschlusskreis
stellen wir den Kindern das Thema der nächsten Sportstunde kurz vor. Außerdem ergibt sich hier noch einmal die Möglichkeit positive Ereignisse
hervor zu heben und die Kinder zu loben.
 
Durch unser erstelltes Regelwerk gelingt es die Stunde ruhig und strukturiert zu leiten. Den Kindern werden Rahmenbedingungen
vorgegeben, in dessen sie sich frei bewegen und entfalten können. 
Durch Differenzierungsmöglichkeiten werden Kinder zwischen 3,5 und 8 Jahren innerhalb einer Stunde gefördert. 
Bewusst haben wir uns für diese gemischte Altersgruppe entschieden. Die Entwicklungsunterschiede sind selbst bei gleichaltrigen
Kindern heutzutage enorm.   
 
Außerdem ist es hilfreich, wenn ein älteres Kind mit einem jüngeren zusammen, das Werfen und Fangen übt. Die älteren können gezielt
zuwerfen, so dass die jüngeren den nahenden Ball leichter fangen können. Umgekehrt müssen die älteren Kinder dann beim Fangen schon
mal einen Schritt auf den Ball zugehen und gleichen so, die vielleicht noch nicht zielgenauen Bewegungen des jüngeren Partners aus.
 
Aufgrund der Altersspanne und den Differenzierungsangeboten fallen auch Kinder mit Handicap
- im Gegensatz zu altershomogenen Gruppen - 
gar nicht weiter auf. Sie können nach Ihren Möglichkeiten jedes Spiel und jede Übung bewältigen.
 
Vorteile:
 
Aufgrund der Themenstunde, den Bällen und der Spiellandschaft ist schon ein hoher Aufforderungscharakter gegeben.
Die Kinder lernen bei uns implizit (– das heißt sie selbst merken es nicht einmal). Ihre Entwicklung wird so automatisch positiv beeinflusst.
 
- Durch das Erleben / Spielen der Themen, entwickelt sich ein gesundes Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit. Die Kinder trauen sich mehr zu
  und können Erfolgserlebnisse verzeichnen. Dies trägt zur Stärkung des Selbstbewusstseins bei.
- Die Raum- und Körpererfahrungen wirken sich entwicklungsfördernd aus – sie schaffen eine Grundlage für das spätere schulische Lernen.
- Ein mathematisches Verständnis wird automatisch erworben. Die Kinder lernen so zum Beispiel unbewusst Entfernungen und Kräfte einzuschätzen,
  sie zählen, vergleichen, und vieles mehr.
- Die Auge-Hand-Koordination ist für das spätere Schreiben wichtig. Ebenso ist die Kraftdosierung wichtig,
  diese erlernt man zum Beispiel durch einen gezielten Wurf des Balles.
- Durch die Phantasiegeschichten wird die Sprachentwicklung positiv beeinflusst. Die Kinder lernen zuzuhören, neue Anweisungen von uns zu   
  verstehen und umzusetzen. Ebenso werden Begrifflichkeiten wie weit / nah, aufwärts / abwärts, vor / hinter / neben,… erfahren, Geräte werden
  namentlich kennen gelernt und was es beispielsweise heißt eine Reihe, Gasse, oder einen Kreis zu bilden.
- Je nach Stundenthema wird auch Allgemeinwissen vermittelt (etwa über Mülltrennung, was ist ein Vulkan, wie machen Bienen Honig,…).
- Jüngeren und schüchternen Kindern vereinfacht der Ball den Einstieg in eine Sportgruppe, er gibt ihnen Sicherheit, da sie sich an etwas „festhalten“
  können. Durch die Aktivität innerhalb einer Gruppe bekommen diese Kinder auch Sicherheit, da sie nicht ständig im Mittelpunkt und unter
  Beobachtung stehen. Sie können sich so ohne Druck ausprobieren.
- Außerdem baut Bewegung Stress ab und macht gute Laune!
 
Besonderheiten:
 
Das Konzept ist unwahrscheinlich flexibel. Es ist sowohl drinnen, als auch draußen anzuwenden.
Die Themenstunden sind zwar für 60 Minuten ausgearbeitet, hat man aber nur einen kleineren Zeitrahmen zur Verfügung, ist es gar kein
Problem nur Teilstücke der Geschichten zu nutzen. Die Geschichten funktionieren selbst dann.
Die Materialien sind austauschbar, viele Themen lassen sich umgestalten und mit Gegenständen aus dem Alltag
und der Natur durchspielen.
Ein Beispiel hierfür: - anstatt einen umgedrehten kleinen Kasten kann man auch gut einen größeren Pappkarton verwenden.
Unser Stundenkonzept ist leicht zu verstehen und schnell umzusetzen.
Dies kann für eine Vertretung einer Sportstunde sehr nützlich sein. Man braucht nur unser Buch aufzuschlagen,
kurz lesen - verstehen - umsetzen - Spaß haben.
Viele Ideen beschränken sich auch nicht nur auf unsere Sportstunde. Die Kinder können Anregungen aufnehmen und
Einzelheiten auch gut zu Hause umsetzen, egal ob im Haus oder draußen.
Durch die entstandenen Bilder in den Köpfen der Kinder werden sie selbst kreativ, daher sollte man den kleinen Abenteurern
zwischenzeitlich Raum lassen, um Ihre eigenen Ideen zu verwirklichen.
  
Wichtige Punkte unserer Nachwuchsarbeit:
 
- Die Kinder sollen in erster Linie Spaß an Spiel und Bewegung haben.
- Der Ball steht im Mittelpunkt!
- Es soll ein Gefühl für den Ball entwickelt werden.
- Individuelle Betreuungsmöglichkeit, auf Grund optimaler Gruppengröße (20 Kinder und 2 Trainern)
- Die Förderung von Erlebnissen sind wichtiger, als Ergebnisse.